Frauen BOL: HSG Herborn/Seelbach : TUS Vollnkirchen 15:16 (6:10)

Mit einem Freiwurf nach Ende der Spielzeit und einer fragwürdigen Torentscheidung endete die Partie gegen den Aufsteiger aus Vollnkirchen mit der ersten Niederlage im Jahr 2018 für die Herborn/Seelbacher Bezirksoberliga Handballerinnen.

Erwartungsgemäß heiß umkämpft war die Partie gegen die Gäste aus Vollnkirchen bereits in der Anfangsphase. Herborn/Seelbach ging durch ein Tor von Anna-Marie Arch mit 1:0 in Führung und bis zur achten Spielminute (3:3) konnte sich kein Team einen entscheiden Vorteil erspielen. Herborn/Seelbach zeigte sich trotz personeller Probleme spielerisch gut aufgelegt, scheiterte aber gerade in dieser Phase des Spiels an der eigenen Abschlussquote. „Wir haben uns immer wieder gute Chancen erspielt und dann die Bälle einfach nicht im Tor untergebracht“, haderte Trainerin Sabine Debus nicht nur in der ersten Halbzeit mit der Torausbeute ihrer Mannschaft.


Nachdem Vollnkirchen per 7-Meter das 3:6 aus Sicht der Gastgeberinnen erzielt hatte, sorgte Connie Nießmann ebenfalls per Strafwurf für den 5:6 Anschlusstreffer. Bis zur Halbzeitpause waren es jedoch wieder die Gäste, die sich die entscheidenden Vorteile sichern konnten und mit einer 6:10 Führung in die Pause gingen.


Den Rückstand ließ Herborn/Seelbach gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit beim 9:10 durch Lisa Birkenstock wieder zusammen schmelzen und der Anschluss war erneut gesichert. Vollnkirchen setzte jedoch nach und hatte sich beim 9:15 durch Lea Bernhardt schon ein gutes Polster erspielt. Herborn/Seelbach hatte bis zu diesem Zeitpunkt erneut viele gute Abschlussmöglichkeiten liegen gelassen und die sonst sicheren Torschützinnen der HSG haderten einfach zu viel mit sich selbst. Nach einer Auszeit (48.) hatte Herborn/Seelbach jedoch den besseren Neustart und plötzlich fanden auch die Würfe ihren Weg ins gegnerische Tor. Manuela Dietrich traf zum 10:15 und nach dem 11:15 durch Connie Nießmann markierte Lea Dietz mit vier Toren in Folge das 15:15 für ihre Mannschaft (59:45) Vollnkirchen spielte wegen einiger Zeitstrafen gegen Lea Benrhardt bereits in Unterzahl, diese wurde nach einer Zeitstrafe incl. Diqualifikation (3 x 2 Minuten) gegen Nicole Gadek 12 Sekunden vor dem Spielende auf 4 Spielerinnen reduziert. Den anschließenden Angriff konnten die Herborn/Seelbacherinnen unterbinden und so musste beim Stand von 15:15 und abgelaufener Hallenuhr noch ein direkter Freiwurf von Vollkirchen ausgeführt werden. Diesen Wurf nahm sich dann Vollkirchens Hannah Friedrich und nagelte den Wurf an die Latte. Von dort aus sprang der Ball deutlich vor der Torlinie auf den Boden und Richtung Spielfeld und landete dann noch irgendwie an der weit vor dem Tor stehende HSG-Keeperin Yvonne Sonnenberg und von da aus im HSG-Tor. Schiedrichter Andreas Pfaff gab das Tor und so hieß es dann 15:16 für den TUS.  Herborn/Seelbach legte gleich nach dem Spiel gegen diesen letzten Treffer Einspruch ein. „Nach der Regel für die Ausführung ist die unmittelbare Wirkung eines direkten Freiwurfs abzuwarten. Die unmittelbare Wirkung war nach dem Lattentreffer eigentlich beendet und wurde spätestens dann zur mittelbaren Wirkung, als der Ball deutlich vor der Torlinie auf dem Boden aufkam und nach vorne Richtung Spielfeld ging. Damit hätte das Spiel abgepfiffen werden müssen“, ließen die Verantwortlichen der HSG nach dem Spiel schon erste Einblicke in ihre Einspruchsbegründung gewinnen.


„Wir haben in den letzten 10 Minuten endlich das gezeigt, was wir schon von Anfang an hätten zeigen können. Manchmal ist das leider im Handball so. Nun warten wir erst mal ab, ob sich hier bzgl. des letzten Treffers etwas ergibt“, meinte Coach Debus nach dem Spiel.

Den dritten Tabellenplatz haben die Herborn/Seelbacherinnen trotz der Niederlage verteidigen können. Verfolger Fernwald unterlag gegen die HSG Mörlen und liegt somit weiterhin mit drei bzw. vier Punkten Abstand (1 Punkt Abzug wegen fehlender Schiedsichter) hinter der HSG.